LANDECK (30.10.2018). Die Bauarbeiten für das neue, im schweizerisch-österreichischen Grenzgebiet liegende Gemeinschaftskraftwerk Inn kommen wieder gut voran, nachdem im ersten Halbjahr 2018 massive Schneemassen und geologi-sche Schwierigkeiten für erhebliche Verzögerungen gesorgt hatten.

Die beiden über 1.000 Tonnen schweren Tunnelvortriebsmaschinen legen derzeit wieder gemeinsam bis zu 50 Meter an einem Tag zurück. In Summe sind bereits zwei Drittel des 23,2 Kilometer langen Triebwasserwegs ausgebrochen. Zuletzt wurde auf der Südseite ca. sechs Kilometer im Berg eine Gesteinsschicht mit Grün-schiefer angefahren. Dabei handelt es sich um ein in Österreich weitverbreitetes Gestein, welches Asbest enthalten kann. Es wurden sofort sämtliche Sicherheits-vorkehrungen eingeleitet. Bis Dezember 2019 sollen die Vortriebsarbeiten abge-schlossen sein.

Auch auf der Wehrbaustelle in Ovella wird derzeit mit Hochdruck gearbeitet. Die Inn-umlegung Ende September verlief erfolgreich. Damit ist ein nächster Meilen-stein erreicht. In den nächsten Wochen stehen die Herstellung der Baugrubenum-schließung sowie der anschließende Baubeginn des Dotierkraftwerks am Pro-gramm.

Die Arbeiten am neuen Krafthaus zwischen Prutz und Ried sind unterdessen abge-schlossen. Aktuell laufen die Rekultivierungsarbeiten. Auf den begrünten Flächen wurden u.a. alte Obstsorten eingepflanzt. Das Krafthaus befindet zum überwiegen-den Teil unterirdisch.

Adaptierter Zeit- und Kostenplan
„Nach vielen Rückschlägen sind wir jetzt, auch dank der sehr motivierten Mitarbei-ter vor Ort, wieder gut unterwegs und machen täglich große Fortschritte. Trotzdem mussten wir unseren Zeit- und Kostenplan adaptieren“, informiert GKI-Geschäftsführer Johann Herdina. Statt im Frühjahr 2020 ist die Fertigstellung des neuen Kraftwerks nunmehr im Laufe des Jahres 2021 vorgesehen. „Der eingetrete-ne Rückstand ist nicht mehr aufzuholen“, so Herdina. Aufgrund des neuen Zeitplans müssen auch die Errichtungskosten angepasst werden. Aktuell gehen die Gesell-schafter von 604,9 Mio. Euro aus. Herdina: „Dabei ist auch eine Risikoreserve ein-geplant, von der wir natürlich hoffen, sie nicht zu benötigen.“

Nach Inbetriebnahme wird das neue Kraftwerk über 400 Gigawattstunden (GWh) Strom pro Jahr erzeugen. Das entspricht dem Stromverbrauch von rund 90.000 Haushalten. Mit der Übernahme der Anteile der Verbundgesellschaft hält die TI-WAG nunmehr 86 Prozent an der Gesellschaft. Die Kartellbehörde hat den Schritt per 5. Juli 2018 genehmigt. Die Engadiner Kraftwerke behalten ihren Anteil von 14 Prozent entsprechend dem Schweizer Erzeugungsanteil unverändert bei.

Der Inn fließt bereits durch die Wehranlage in Ovella. In Kürze starten die Bau-arbeiten für das Dotierkraftwerk.

Für weitere Auskünfte:
DI Johann Herdina
Geschäftsführer GKI GmbHT: 050607 – 21011