PRUTZ (21.11.2019). Die unterirdischen Vortriebsarbeiten beim GKI sind abgeschlossen. Anfang Oktober wurde der zweite Zugangstunnel im Bereich der Wehranlage hergestellt. Derzeit erfolgen die Demontagearbeiten der Tunnelvortriebsmaschine Süd, die seit Beginn der Ausbruchsarbeiten im November 2015 eine Strecke von zwölf Kilometern zurückgelegt hat. Der Ausbau und Abtransport der Tunnelvortriebsmaschine Nord ist abgeschlossen. Damit ist der komplette, insgesamt 23,3 Kilometer lange Triebwasserstollen von der Wehranlage in Ovella zum GKI-Krafthaus in Prutz hergestellt. In den nächsten Monaten finden Injektionsarbeiten im gesamten Triebwasserstollen zur Sicherung und Abdichtung des unterirdischen Bauwerks statt.

 

„Jetzt können wir uns mit voller Kraft auf die Fertigstellung der oberirdischen Anlagen konzentrieren, wobei die Witterungsverhältnisse auf der Baustelle eine große Herausforderung bleiben“, betont GKI-Geschäftsführer Johann Herdina. Seit wenigen Tagen laufen wieder die Spezialtiefbauarbeiten für das Dotierkraftwerk in Tag- und Nachtschicht. „Wir mussten zuvor umfangreiche Sicherungsarbeiten der Baustelle vornehmen. Neben zusätzlichen Steinschlagnetzen wurde auch ein temporärer Schutzdamm errichtet. Die Sicherheit der Arbeiter steht an erster Stelle, hat uns im Zeitplan aber zurückgeworfen“, so Herdina. Die Fertigstellung der Baustelle in Ovella ist für Anfang 2022 geplant.

 

Beim GKI-Krafthaus in Prutz sind die Arbeiten unterdessen nahezu abgeschlossen. Die Trockenabnahme der elektromaschinellen Anlagenteile ist bereits erfolgt. Die Anlage wird künftig in den TIWAG-Betrieb eingegliedert und zählt mit einer Jahresstromproduktion von 440 Gigawattstunden zu den größten Laufwasserkraftwerken im Alpenraum. Das erste Vollbetriebsjahr ist für 2023 geplant.

 

In Maria Stein läuft aktuell die Endgestaltung der Ausbruchslagerfläche. Auch die Situation bei den unterirdischen Wasserzutritten hat sich verbessert. Herdina: „Mit Abschluss der Gebirgsinjektionen rechnen wir mit einer weiteren Entspannung. Derzeit müssen die Hochbehälter im Bereich Freitzberg und Hohlenegg regelmäßig mit Trinkwasser aufgefüllt werden. Wir sind hier mit der Gemeinde und den betroffenen Anrainern im engen Kontakt, um auch für die Zukunft eine sichere Wasserversorgung im betroffenen Bereich sicherstellen zu können.“

Wehranlage in Ovella