PRUTZ (30.06.2020). Die Corona-Pandemie hat auch den Zeitplan beim Kraftwerksprojekt GKI beeinträchtigt: Die Arbeiten mussten im März für bis zu vier Wochen eingestellt werden. GKI-Geschäftsführer Johann Herdina beziffert den entstandenen Schaden mit ca. 1,5 Mio. Euro: „Diese Mehrkosten sind aber in unserer Risikovorsorge abgebildet. Seit Mitte April wird auf der Baustelle unter höchsten Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen wieder gearbeitet. Wir sind zuversichtlich, den geplanten Fertigstellungstermin Ende 2022 weiterhin halten zu können.“

Während bei den Anlagen in Prutz und Ried nur noch kleinere Restarbeiten anstehen, erfolgt in Ovella demnächst der Startschuss für den Bau des 2,1 Megawatt (MW) leistungsstarken Dotierkraftwerks. Die dafür notwendige Baugrubenumschließung mit 221 Bohrpfählen soll bis Anfang August abgeschlossen sein. Anschließend kann mit dem Aushub sowie den Vorarbeiten begonnen werden. Die Fertigstellung der Betonarbeiten ist für das Frühjahr 2022 geplant.

Die umfangreichen Felssicherungsarbeiten sind mittlerweile ebenfalls abgeschlossen. Bis zum Herbst werden weitere Schutzvorkehrungen gegen Gleitschneelawinen montiert. „Die gesamten, zusätzlichen Maßnahmen im Umfang von über zwei Mio. Euro sind nicht nur für die Sicherheit der Arbeiter vor Ort, sondern auch für einen späteren, reibungslosen Kraftwerksbetrieb gut investiert“, betont der GKI-Geschäftsführer.

In Maria Stein läuft unterdessen der Innenausbau des komplett unterirdisch verlaufenen Triebwasserstollens weiter. Die Demontage der Tunnelvortriebsmaschine Süd wurde im Dezember 2019 abgeschlossen. Derzeit werden Injektionsarbeiten ausgeführt. Anschließend ist noch der Innenausbau der Montagekaverne sowie des Fensterstollens (inkl. Portalbauwerk) durchzuführen. Voraussichtlich im Frühjahr 2021 ist dann der ca. 23,2 km lange Stollen ebenso wie das Krafthaus in Prutz betriebsbereit.

Das erste Vollbetriebsjahr des neuen Laufkraftwerks ist für 2023 vorgesehen. Mit einer installierten Leistung von 89 Megawatt können jährlich rund 440 Gigawattstunden Strom erzeugt werden. Das entspricht dem durchschnittlichen Stromverbrauch von 90.000 Haushalten.

 

GKI-Baustelle bleibt trotz Corona auf Kurs